Ratgeber und Projektwissen

Was Sie vor einer Renovierung wissen sollten.

Welche Arbeiten sind wirklich nötig, welches Material passt zur Nutzung und wodurch entstehen die Kosten? Wir erklären die wichtigsten Entscheidungen zu Innenausbau, Bad, Boden, Beschichtungen und Bauwerksinstandsetzung verständlich und aus der Praxis.

Heller renovierter Wohnraum nach abgestimmten Innenausbauarbeiten
Verstehen
Technik und Arbeitsabläufe ohne unnötige Fachsprache
Vergleichen
Materialien mit ihren Vorteilen und Grenzen einordnen
Vorbereiten
Mit den richtigen Angaben schneller zum passenden Angebot
Direkt zum Thema

Welche Entscheidung steht bei Ihnen an?

Sie müssen nicht den gesamten Ratgeber auf einmal lesen. Wählen Sie den Bereich, der zu Ihrem Projekt passt, und steigen Sie direkt dort ein.

Die wichtigste Grundregel

Erst Bestand und Nutzung klären, dann Material auswählen.

Ein schöner Belag kann einen ungeeigneten Untergrund nicht ausgleichen. Das gilt für Parkett ebenso wie für Mikrozement, Fliesen oder eine Kunstharzbeschichtung. Bevor über Farbe und Optik entschieden wird, sollten drei Fragen beantwortet sein.

  1. 01
    Was ist vorhanden?

    Untergrund, Feuchtigkeit, Risse, Altbeläge, Leitungen und mögliche Schadensursachen erfassen.

  2. 02
    Was muss die Fläche leisten?

    Wohnnutzung, Nässe, Reinigung, mechanische Belastung, Raumakustik und gewünschte Pflege berücksichtigen.

  3. 03
    Welcher Aufbau passt dazu?

    Vorbereitung, Abdichtung, Material, Aufbauhöhe und Anschlüsse als zusammengehöriges System planen.

01

Renovierung und Innenausbau

Ein guter Ablauf verhindert doppelte Arbeit.

Bei einer Renovierung greifen Rückbau, Trockenbau, Leitungsführung, Putz, Estrich und Oberflächen ineinander. Werden diese Schritte nur einzeln betrachtet, entstehen leicht unnötige Öffnungen, Wartezeiten oder Nacharbeiten.

Eine typische Reihenfolge im Bestand

  1. Bestand aufnehmenMaße, Bauteile, Untergründe, Leitungen und erkennbare Schäden prüfen.
  2. Rückbau und FreilegungNur so weit zurückbauen, wie es für den geplanten Aufbau erforderlich ist.
  3. Grundinstallation und KonstruktionTrockenbau sowie Elektro- und Sanitärarbeiten vor dem Schließen der Flächen koordinieren.
  4. Putz und EstrichUnebenheiten, Wandflächen und Bodenaufbau herstellen; notwendige Trocknung einplanen.
  5. Oberflächen und BodenSpachteln, streichen, fliesen, beschichten oder Boden verlegen, wenn der Untergrund bereit ist.
  6. Montage und AbschlussTüren, Sockelleisten, Sanitärobjekte und weitere Bauteile montieren und Anschlüsse fertigstellen.
Warum Putz und Estrich den Termin stark beeinflussen können

Mineralische Baustoffe benötigen Zeit zum Abbinden und Trocknen. Wann eine Fläche belegt, beschichtet oder gestrichen werden kann, hängt nicht allein von der Zahl der vergangenen Tage ab. Material, Schichtdicke, Temperatur, Lüftung und Restfeuchte spielen zusammen.

Wird zu früh weitergearbeitet, können sich Feuchtigkeit, Verformungen oder Haftungsprobleme im späteren Aufbau bemerkbar machen. Deshalb wird die Belegreife passend zum vorgesehenen Material und nach den Vorgaben des jeweiligen Systems beurteilt.

02

Wände und Decken

Streichen, verputzen oder spachteln?

Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Putz gleicht und schützt den Untergrund, Spachtel schafft die gewünschte Oberflächengüte und der Anstrich bildet die sichtbare Gestaltung.

ArbeitWann sie passtVorteileGrenzen und Voraussetzungen
MalerarbeitenTragfähige, ausreichend gleichmäßige Wände sollen farblich erneuert werden.Schnelle sichtbare Veränderung, große Farbwahl, später gut überarbeitbar.Ein Anstrich verdeckt keine Risse, losen Putz oder deutliche Unebenheiten.
Spachtelarbeiten Q3Erhöhte Anforderungen, feine Oberputze oder hochwertige matte Beschichtungen sind geplant.Ruhigere und gleichmäßigere Fläche als die Standardverspachtelung Q2.Streiflicht kann trotz Q3 geringe Abzeichnungen sichtbar machen; Licht und Endbeschichtung vorher abstimmen.
Spachtelarbeiten Q4Sehr glatte, besonders anspruchsvolle Flächen oder kritische Beleuchtung sind vorgesehen.Vollflächiger Überzug für höchste vereinbarte Oberflächenanforderungen.Mehr Arbeitsgänge und Kosten; auch Q4 ist keine Garantie für absolute Schattenfreiheit bei jeder Lichtsituation.
InnenputzRohes Mauerwerk, größere Unebenheiten oder beschädigte Bestandsflächen müssen aufgebaut werden.Stellt eine belastbare, gleichmäßige Grundlage her und kann das Raumklima unterstützen.Putzart und Aufbau müssen zu Untergrund, Raumfeuchte und späterer Beschichtung passen.

Q2, Q3 und Q4 sind keine Geschmacksnoten

Die Qualitätsstufen beschreiben vereinbarte Arbeitsschritte und die daraus erwartbare Oberflächenwirkung. Q2 ist bei Gipsplatten die übliche Standardverspachtelung. Q3 erweitert sie unter anderem durch breiteres Ausspachteln und Porenverschluss. Bei Q4 wird die Fläche vollflächig überzogen und geglättet.

Welche Stufe erforderlich ist, entscheidet die spätere Gestaltung. Eine strukturierte Tapete stellt andere Anforderungen als eine glatte, matte Wand unter seitlich einfallendem Licht.

Gipsputz oder Kalk-Zement-Putz?

Gipsputz wird häufig in normal genutzten, trockenen Innenräumen eingesetzt und lässt sich sehr glatt bearbeiten. Kalk-Zement-Putz ist robuster gegenüber Feuchtigkeit und mechanischer Beanspruchung und kann in stärker beanspruchten Bereichen die passendere Grundlage sein.

Die Entscheidung sollte nicht nach dem Namen allein fallen. Untergrund, Feuchtebeanspruchung, gewünschte Oberfläche und das komplette Produktsystem sind maßgeblich.

Praxistipp für die Beauftragung

Nicht nur „Wände glatt machen“ anfragen. Beschreiben Sie die geplante Endoberfläche, den Glanzgrad der Farbe und auffällige Lichtquellen. So lässt sich die notwendige Vorbereitung deutlich besser festlegen.

03

Bodenbeläge

Der beste Boden ist der, der zum Alltag passt.

Optik ist wichtig, aber nicht das erste Auswahlkriterium. Feuchtigkeit, Laufbelastung, Raumakustik, Fußbodenheizung, Aufbauhöhe und Reparierbarkeit entscheiden darüber, welcher Belag langfristig Freude macht.

Fachgerechte Bodenverlegung auf vorbereitetem Untergrund
Entscheidend unter jedem Belag: Der Untergrund muss ausreichend eben, trocken, sauber und tragfähig sein.
BelagGut geeignet fürVorteileNachteile und Grenzen
LaminatWohnräume mit normaler bis stärkerer Nutzung, abhängig von der Nutzungsklasse.Pflegeleicht, große Dekorauswahl, schnelle Klickverlegung, meist wirtschaftlich.Kein Echtholz, Gehschall möglich, Feuchtebeständigkeit ist produktabhängig; beschädigte Oberfläche lässt sich nicht wie Parkett schleifen.
KlickvinylRenovierungen mit geringer Aufbauhöhe und schneller Nutzbarkeit.Fußwarm, leise, pflegeleicht, schwimmend verlegt und später vergleichsweise gut rückbaubar.Sehr ebener Untergrund nötig; Klickverbindungen und Maßänderungen bei Temperatur müssen berücksichtigt werden.
KlebevinylZusammenhängende Wohn- oder Gewerbeflächen, bei denen geringe Aufbauhöhe und ruhiger Gehschall zählen.Direkter, leiser Kontakt zum Untergrund, geringe Aufbauhöhe, auch für komplexere Grundrisse gut geeignet.Untergrund muss besonders sorgfältig gespachtelt werden; Ausbau ist aufwendiger und Verlegefehler zeichnen sich schneller ab.
Parkett schwimmendWohnräume, wenn echtes Holz und eine schnelle, rückbaubare Verlegung gewünscht sind.Natürliche Oberfläche, schnelle Verlegung, keine vollflächige Klebstoffbindung.Mehr Gehschall und Bewegung möglich; nicht jede Parkettart ist dafür geeignet, Unterlage und Randfugen sind wichtig.
Parkett verklebtHochwertige Wohnräume, Fischgrät und Flächen mit Fußbodenheizung.Ruhigeres Laufgefühl, gute Raumakustik, direktere Wärmeübertragung, stabiler Flächenverbund.Aufwendigere Untergrundvorbereitung und Verlegung; späterer Rückbau ist deutlich arbeitsintensiver.
FliesenBad, Küche, Eingänge und stark beanspruchte Flächen.Robust, reinigungsfreundlich, feuchtebeständig und gut mit Fußbodenheizung kombinierbar.Hart und ohne Heizung eher kühl; Fugen benötigen Pflege, Untergrundbewegungen und notwendige Entkopplung müssen geprüft werden.
Schwimmend oder verklebt – was bedeutet das genau?

Bei der schwimmenden Verlegung werden die Elemente miteinander verbunden, aber nicht vollflächig am Untergrund befestigt. Eine geeignete Unterlage übernimmt je nach Aufbau Aufgaben für Trittschall und Feuchteschutz. Der Boden benötigt Randabstände und kann als zusammenhängende Fläche arbeiten.

Bei der vollflächigen Verklebung wird der Belag direkt mit dem vorbereiteten Untergrund verbunden. Das kann Laufgeräusche reduzieren und die Wärmeübertragung verbessern, verlangt aber einen besonders sorgfältig vorbereiteten Untergrund. Nicht jedes Produkt lässt beide Verlegearten zu; die Herstellerfreigabe ist verbindlich.

Was muss bei einer Fußbodenheizung beachtet werden?

Belag, Unterlage, Klebstoff und Estrich bilden gemeinsam den Wärmedurchlasswiderstand. Das Produkt muss für die vorhandene Heizung freigegeben sein. Bei neuem oder instand gesetztem Heizestrich gehören Funktions- und Belegreifheizen sowie die Prüfung der Belegreife zur Vorbereitung.

Bei Parkett beeinflussen außerdem Holzart, Elementaufbau, Raumklima und maximale Oberflächentemperatur das Verhalten. Eine pauschale Aussage „für Fußbodenheizung geeignet“ ersetzt deshalb keine Systemprüfung.

04

Badsanierung

Im Bad schützt der unsichtbare Aufbau den sichtbaren Raum.

Fliesen, Mikrozement und Armaturen prägen das fertige Bad. Ob es dauerhaft funktioniert, entscheidet sich jedoch an Untergrund, Gefälle, Abdichtung, Anschlüssen und der Abstimmung zwischen Sanitär-, Elektro- und Oberflächenarbeiten.

Ausführung einer Abdichtung im Nassbereich vor dem Fliesenbelag
Die Abdichtung liegt unter der später sichtbaren Oberfläche und bindet Ecken, Anschlüsse und Durchdringungen ein.

Der Ablauf einer vollständigen Badsanierung

  1. Bestand und Nutzung klärenGrundriss, Leitungswege, Dusche, Wanne, Stauraum und Bewegungsflächen festlegen.
  2. Rückbauen und prüfenAltbeläge entfernen, Untergrund und verdeckte Schäden bewerten.
  3. Installationen vorbereitenSanitär und Elektro an den neuen Grundriss anpassen.
  4. Untergrund herstellenWände, Boden, Gefälle und gegebenenfalls Estrich passend vorbereiten.
  5. AbdichtenBeanspruchte Flächen, Ecken, Fugen, Rohre und Abläufe systemgerecht einbinden.
  6. Oberfläche und MontageFliesen oder geeignetes fugenarmes System ausführen, anschließend Objekte und Details montieren.
Fliesen sind nicht die Abdichtung.

Fliesen, Fugenmörtel und elastische Anschlussfugen bilden die sichtbare Nutzschicht. Wasserbeanspruchte Wand- und Bodenflächen werden nach dem geplanten Beanspruchungsfall mit einer geeigneten Abdichtung geschützt. Die jeweils aktuelle DIN 18534 unterscheidet dafür Wassereinwirkungsklassen und verschiedene Abdichtungsarten.

Fliesen im Bad

Vorteile: sehr große Auswahl, robuste Oberfläche, gut zu reinigen und bei richtiger Auswahl rutschhemmend planbar.

Zu beachten: Format, Fugenbild, Untergrund, Bewegungsfugen und Gefälle beeinflussen die Ausführung. Großformatige Fliesen reduzieren Fugen, stellen aber höhere Anforderungen an Ebenheit und Verlegung.

Mikrozement im Bad

Vorteile: ruhige Fläche ohne klassische Fliesenfugen, geringe systemabhängige Aufbauhöhe und individuelle handwerkliche Struktur.

Zu beachten: Der Untergrund muss stabil sein, Details bleiben anspruchsvoll und eine geeignete Abdichtung ist weiterhin erforderlich. Nicht jedes dekorative Spachtelsystem ist für jede Nass- oder Dauernassbelastung freigegeben.

05

Fugenarme Oberflächen und Kunstharz

Mikrozement, Epoxidharz und PMMA lösen unterschiedliche Aufgaben.

Alle drei Systeme können zusammenhängende Flächen erzeugen. Trotzdem sind sie nicht austauschbar: Mikrozement ist vor allem gestalterisch, Epoxidharz wird häufig als belastbare Bodenbeschichtung eingesetzt und PMMA spielt seine Stärken bei Abdichtung, Details und kurzen Sperrzeiten aus.

Mikrozement

Ruhige, handgearbeitete Oberflächen

Die dünnschichtige Gestaltung eignet sich je nach System für Wände, Böden und Bäder. Jede Fläche erhält durch den Auftrag eine eigene, lebendige Struktur.

Vorteile

  • Keine klassischen Fliesenfugen
  • Geringe Aufbauhöhe, systemabhängig
  • Farbe und Struktur individuell wählbar
  • Geeignete Bestandsflächen können teilweise überarbeitet werden

Nachteile und Grenzen

  • Hohe Anforderungen an einen stabilen Untergrund
  • Handwerkliche Spuren gehören zur Optik
  • Versiegelung und passende Pflege erforderlich
  • Bewegungsfugen bleiben technisch notwendig
Mehr über Mikrozement
Epoxidharz

Belastbare Beschichtung für Innenflächen

Epoxidharzsysteme werden passend zu mechanischer und chemischer Belastung aufgebaut. Typische Bereiche sind Garagen, Lager, Keller, Werkstätten und Gewerbeflächen.

Vorteile

  • Hohe mechanische Belastbarkeit möglich
  • Reinigungsfreundliche, porenarme Oberfläche
  • Rutschhemmung und Struktur planbar
  • Verschiedene Schichtdicken und Aufbauten

Nachteile und Grenzen

  • Untergrundfeuchtigkeit und Haftzugfestigkeit sind kritisch
  • Starre Systeme können Untergrundrisse nicht beliebig aufnehmen
  • Epoxidharze sind unter UV- und Witterungseinfluss nicht dauerhaft farbstabil
  • Teilreparaturen können sichtbar bleiben
Mehr über Epoxidharz
PMMA

Schnelle Systeme für Abdichtung und Details

PMMA-Flüssigkunststoff wird vor Ort angemischt und flüssig verarbeitet. Systemabhängig entstehen vollflächig haftende Abdichtungen oder belastbare Beschichtungen.

Vorteile

  • Kurze Aushärtungs- und Sperrzeiten möglich
  • Sehr gut an komplizierte Geometrien anpassbar
  • Geeignete Systeme sind rissüberbrückend und witterungsbeständig
  • Für Flachdächer, Balkone, Waschboxen, Parkhäuser und Brücken verfügbar

Nachteile und Grenzen

  • Deutlicher Geruch während der Verarbeitung möglich
  • Exaktes Mischverhältnis und Zeitfenster erforderlich
  • Systemwahl hängt stark von Untergrund und Nutzung ab
  • Verarbeitung gehört in geschulte Hände
Mehr über PMMA und Abdichtung
Beschichtungsaufbau

Die sichtbare Schicht ist nur ein Teil des Systems.

Je nach Material und Nutzung unterscheiden sich Produkte und Schichtdicken. Das Grundprinzip bleibt ähnlich: prüfen, vorbereiten, aufbauen und schützen.

  1. 01PrüfenUntergrundart, Feuchtigkeit, Festigkeit, Risse und Belastung
  2. 02VorbereitenSchleifen, fräsen, strahlen, reinigen oder ausgleichen
  3. 03GrundierenHaftung und Saugverhalten für das System einstellen
  4. 04BeschichtenMaterial und Aufbau passend zur späteren Nutzung ausführen
  5. 05SchützenVersiegelung, Struktur oder Rutschhemmung systemgerecht ergänzen
06

Bauwerksinstandsetzung

Nicht nur den Schaden schließen, sondern seine Ursache verstehen.

Abplatzungen, Rostspuren, Risse oder Feuchtigkeit sind sichtbare Hinweise. Eine dauerhafte Instandsetzung beginnt damit, den Aufbau und die Schadensursache zu untersuchen, bevor Material ergänzt oder eine Schutzschicht aufgebracht wird.

Typische Einwirkungen auf Beton

  • Carbonatisierung: Der natürliche alkalische Schutz der Bewehrung kann mit fortschreitender Carbonatisierung verloren gehen.
  • Chloride: Tausalze oder andere Chloride können Korrosion der Bewehrung begünstigen.
  • Feuchtigkeit und Frost: Wassertransport, Frost-Tau-Wechsel und undichte Details belasten die Konstruktion.
  • Mechanische Einwirkung: Anprall, Abrieb, Überlastung oder schadhafte Fugen können Betonflächen beschädigen.

Risse sind nicht automatisch gleich zu behandeln. Lage, Breite, Bewegung, Feuchtigkeit und statische Bedeutung müssen vor der Wahl des Verfahrens beurteilt werden.

Sandstrahlen als Untergrundvorbereitung bei der Bauwerksinstandsetzung
Die Untergrundvorbereitung wird so gewählt, dass geschädigte oder haftungsmindernde Bereiche entfernt und tragfähige Flächen hergestellt werden.
01

Prüfen

Schadensbild aufnehmen, Ursache eingrenzen und klären, ob Planung, Statik oder weitergehende Untersuchungen erforderlich sind.

02

Vorbereiten

Geschädigten Beton und haftungsmindernde Schichten entfernen. Je nach Bauteil kann Sandstrahlen oder ein anderes geeignetes Verfahren eingesetzt werden.

03

Instand setzen

Bewehrung und Ausbruchstellen nach geplantem Verfahren bearbeiten, Betonersatz aufbauen und erforderlichen Oberflächenschutz herstellen.

SIVV

Qualifikation für Arbeiten an Betonbauteilen

SIVV steht für „Schützen, Instandsetzen, Verbinden und Verstärken von Betonbauteilen“. Der Befähigungsnachweis umfasst besondere Kenntnisse zur handwerklichen Ausführung, Anleitung, Überwachung und Qualitätssicherung. Adlernest verfügt über SIVV-zertifizierte Qualifikation.

Kosten richtig einordnen

Warum zwei gleich große Flächen nicht gleich viel kosten.

Der Quadratmeterpreis beschreibt nur einen Teil der Arbeit. Im Bestand entstehen Unterschiede vor allem durch Rückbau, Untergrund, Details und Baustellenbedingungen. Ein günstiger Endbelag kann teuer werden, wenn vorher umfangreich ausgeglichen oder getrocknet werden muss.

Kosten grob einschätzen

Beim Angebot vergleichen

  • Leistungsumfang: Sind Rückbau, Entsorgung, Vorbereitung und Nebenarbeiten enthalten?
  • Untergrund: Welche Annahmen wurden zu Feuchte, Ebenheit und Festigkeit getroffen?
  • Materialsystem: Welche Produkte, Schichtdicken und Oberflächen sind vorgesehen?
  • Details: Sind Anschlüsse, Sockel, Fugen, Durchdringungen und Schutzmaßnahmen beschrieben?
  • Abgrenzung: Welche Arbeiten sind ausdrücklich nicht enthalten oder erst nach Öffnung bewertbar?

Der Kostenkalkulator liefert eine erste Orientierung und kein verbindliches Angebot. Für eine belastbare Einschätzung benötigen wir einen klaren Leistungsumfang und je nach Projekt eine Besichtigung oder technische Prüfung.

Anfrage vorbereiten

Diese Angaben sparen Rückfragen.

Sie müssen keine technische Leistungsbeschreibung schreiben. Ein paar konkrete Informationen helfen uns jedoch, Ihr Vorhaben schneller richtig einzuordnen.

Privates Projekt

Wohnung, Haus oder Bad

  • Projektort und Kontaktdaten
  • Fotos und ungefähre Maße
  • Aktueller Zustand und gewünschtes Ergebnis
  • Bekannte Feuchtigkeit oder Schäden
  • Gewünschtes Zeitfenster
Gewerbe und Verwaltung

Nutzung und Betriebsablauf

  • Fläche, Nutzung und Belastung
  • Zugänglichkeit und mögliche Sperrzeiten
  • Anforderungen an Reinigung oder Rutschhemmung
  • Pläne, Fotos und vorhandene Berichte
  • Ausführungszeitraum und Ansprechpartner
Großprojekt und B2B

Bauabschnitt und Schnittstellen

  • Leistungsverzeichnis und Mengen
  • Pläne, Details und Systemvorgaben
  • Bauzeitenplan und Bauabschnitt
  • Dokumentationsanforderungen
  • Baustellenlogistik und Zuständigkeiten
Häufige Fragen

Kurz beantwortet, bevor Sie weiterplanen.

Welche Angaben werden für eine erste Renovierungsanfrage benötigt?

Hilfreich sind Projektort, Fotos, ungefähre Maße, die gewünschte Nutzung, bekannte Schäden, Materialwünsche und ein realistisches Zeitfenster. Bei größeren oder technisch anspruchsvollen Projekten ist zusätzlich eine Besichtigung erforderlich.

Was ist der Unterschied zwischen Q3 und Q4?

Q3 ist eine Sonderverspachtelung für erhöhte Anforderungen. Q4 umfasst einen vollflächigen Überzug und ist für besonders anspruchsvolle glatte Oberflächen vorgesehen. Die passende Stufe hängt von der späteren Beschichtung und den vereinbarten Lichtverhältnissen ab.

Ist verklebtes Parkett besser als schwimmend verlegtes Parkett?

Nicht grundsätzlich. Verklebtes Parkett wirkt meist ruhiger beim Begehen und überträgt Wärme einer Fußbodenheizung günstiger. Schwimmende Verlegung ist schneller und später leichter rückbaubar. Entscheidend sind Untergrund, Parkettart, Nutzung und Budget.

Sind Fliesen und Silikonfugen im Bad wasserdicht?

Der sichtbare Fliesenbelag ersetzt nicht die geplante Abdichtungsebene. Wasserbeanspruchte Wand- und Bodenflächen benötigen einen geeigneten Abdichtungsaufbau; Anschlüsse, Ecken und Durchdringungen müssen in das System einbezogen werden.

Ist Mikrozement vollständig fugenlos?

Mikrozement kommt ohne klassische Fliesenfugen aus und erzeugt eine ruhige, zusammenhängende Fläche. Erforderliche Bauwerks-, Bewegungs- und Anschlussfugen müssen jedoch im Aufbau berücksichtigt werden.

Wann eignet sich eine Epoxidharz-Bodenbeschichtung?

Epoxidharz eignet sich je nach System für mechanisch und chemisch beanspruchte Innenflächen wie Garagen, Lager, Keller oder Gewerbeflächen. Untergrund, Feuchtigkeit, Rutschhemmung, UV-Einwirkung und spätere Nutzung bestimmen den Aufbau.

Welche Vorteile hat eine PMMA-Abdichtung?

PMMA-Systeme härten vergleichsweise schnell aus, haften vollflächig und lassen sich gut an komplizierte Details anarbeiten. Einsatz und Eigenschaften sind vom gewählten System abhängig; Untergrundprüfung, Lüftung und geschulte Verarbeitung bleiben entscheidend.

Was bedeutet SIVV bei der Betoninstandsetzung?

SIVV steht für Schützen, Instandsetzen, Verbinden und Verstärken von Betonbauteilen. Der SIVV-Schein weist eine besondere Qualifikation für die handwerkliche Durchführung, Anleitung und Überwachung entsprechender Arbeiten nach.

Fachliche Grundlage

Technische Angaben statt pauschaler Versprechen.

Die Hinweise orientieren sich an aktuellen Fachinformationen. Für die konkrete Ausführung gelten immer die Planung, der tatsächliche Bestand, die jeweils aktuellen Regelwerke und die Vorgaben des eingesetzten Produktsystems.

Ihr Projekt

Sie kennen jetzt die Möglichkeiten. Lassen Sie uns den passenden Aufbau klären.

Senden Sie Fotos, Projektort, ungefähre Maße und eine kurze Beschreibung. Wir melden uns mit den nächsten sinnvollen Fragen bei Ihnen.

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